Newsletter
» eintragen

AN PIERLÉ & WHITE VELVET im Mandarin Kasino


--> SPECIAL GUEST: GABRIEL RIOS - SONNTAG 28. JANUAR 2007

Es gibt stimmen, die sind einfach unglaublich. jene von an pierlé erfüllt diesen tatbestand schon am telefon. das ist nicht einmal ihr echt süßer, französischer akzent beim englisch sprechen, das ist eher so das gefühl, mit ihr auf einer sommersonnenwiese zu sitzen und sie findet gerade den korkenzieher unter dem picknickkorb und lacht ganz kurz und öffnet dann den weißwein. ganz weit weg von allen realitäten, na klar, aber eben wundervoll. noch schöner ist lediglich, dass diese stimme noch viel eindrucksvoller ist, wenn die belgierin sie zum singen benutzt. wer ihr mittlerweile drittes, nach ihrer band betiteltes album “white velvet” etwa beim autofahren oder womöglich im konzertsaal hört, wird ganz unweigerlich streckenweise gefährlich leben, denn manche der songs rauben einem schlicht die luft zum atmen. auch ihrem partner koen gisen, erzählt an, pierlé mache das manchmal probleme, “ich singe oft sehr laut und dann auch wieder furchtbar leise, das lässt sich nicht gerade leicht aufnehmen.” live allerdings sind es gerade diese gegensätzlichkeiten, die an pierlés auftritte zum unvergesslichen erlebnis machen, stets fernab schnöder pop-seligkeiten. “ich mag halt stimmen wie die von dolly parton lieber als die von mariah carey. mariah ist technisch zwar gut, aber bei dolly denke ich über die technik gar nicht erst nach, da schwimme ich sofort in emotionen herum.” das geht den hörern vor ans bühne kein
bisschen anders. dort stiften sie und koen samt dreier begleiter aufregende verwirrung, vielleicht so, wie das außer der eruptiven belgierin nur pj harvey und tori amos geschafft haben.

mit süßem lächeln und seltsamem kleid sitzt an vor dem piano auf einem gummisitzball, weil ihrem bewegungsdrang kein festes mobiliar wohl standhält, singt klug arrangierte songs und lässt ihren pop immer wieder heftig mit rüdem rock flirten.
“ich finde durchaus, dass es eine daseins-berechtigung für kommerziellen pop gibt”, ein kurzes kichern, “aber wo sollen leute hingehen, die etwas neues entdecken wollen?” die antwort kennt, wer an pierlé im rampenlicht gesehen und gehört hat. an und white velvet offerieren von geschmackvollen melodien im stile eines grover washington junior
(“good year”) bis hin zu blues und rock in hinreißender schräglage alles, was den fan ungebürsteter musik anmacht. der sitzt übrigens nicht nur in belgien erwartungsvoll herum, an pierlé darf auch in frankreich bereits auf eine eingeschworene gemeinde zurückgreifen. “ich sehe im grunde sowieso keine grenzen für unsere songs” so die
sängerin, “wir sind auch in südafrika gut angekommen, wo man eigentlich ja mit 'arty music' nicht so wirklich was anfangen kann.” ein erfolg, der sich leicht überall wiederholen könnte. wie aber sind sie nun entstanden, die herrlichen 13 songs von
“white velvet”? ein gutes jahr haben sich an und koen zeit genommen, im eigenen studio daheim. “tagsüber entstanden die lauteren passagen”, sagt an und lacht schon wieder, “nachts haben wir die leisen teile aufgenommen. anfangs glaubten wir ja noch, in drei monaten fertig zu werden. bis wir halt feststellten, dass 18 stunden arbeit pro tag uns nicht eben entspannt von der hand gingen. und dass ein paar tage pause einem song durchaus gut tun können.” danach wurde das tempo herunter gefahren, “wir gestatteten uns sogar, ein gutes dutzend songs wegzuschmeißen und lieber vor ort ein
paar neue dazu zu schreiben.” am ende steht nun ein album, welches ausgerechnet vom popmusikalisch kaum verdächtigen belgien aus zum sprung in die internationale karriere ansetzt. “das war schon komisch”, meint an pierlé, “je öfter ich verreiste und
mich meinem land entfernte, desto mehr mochte ich belgien irgendwie. aber trotzdem ist das land viel zu klein, zumal du dort gleich zwei promoter brauchst, wenn du im flämischen und im valonischen teil  gleichzeitig touren willst.” nach 50 konzerten im land sei “sowieso schluss. du warst dann wirklich überall schon zweimal.” unvergleichlich indes ist an pierlé auch beim x-ten hören immer noch. “ich bin ja oft mit sängerinnen verglichen worden, die mir nichts sagten. ich mochte nina hagen und kate bush.

aber man hat mich behandelt wie ein fotomodell. alle hielten mich für so eine art waldelfee, aber wenn sie mich dann trafen, war die überraschung groß.” daran hat sich, zum glück, bis heute nichts geändert. an pierlé zu treffen heißt noch immer, kategorien in frage zu stellen, popsongs ganz neu zu hören und eine ungewöhnliche sängerin zu erkennen. “als mädchen stand ich noch mit dem kopf in den wolken”, sagt an, pierlé “heute tue ich das nicht mehr.” wo sie jetzt steht, finde bitte jeder selbst heraus. die spannende reise lohnt alle mühen. Dank an stefan krule.

Helpful links:
www.anpierle.net
www.white-velvet.com
KONZERT AN PIERLÉ & VELVET ROCK
SPECIAL GUEST: GABRIEL RIOS
MANDARIN KASINO
REEPERBAHN 1 - HAMBURG ST.PAULI
SO. 28.01.2007
20:00 UHR – VVK 17,90 / AK TBA
Tags: