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ST. EMMI (HH) & GNILL (Siegen) am Sa 17.05 in der Astra Stube


--> ST EMMI // Befindlichkeitsfixierungen. Aufgehangen an verschiedenen Farbnuancen des Himmels. Die "eigene innere Sicherheit" als poröser Schutzwall. Es müssen nicht erst die dunklen Wolken bis hinunter zur Asphaltdecke hängen um semi-Depressionen zu pflegen. St. Emmi scheint einer dieser jungen Menschen, deren Berührungsangst an schlechten Tagen schon beim öffnen eines Nutellaglases beginnen kann. Einer, den genau die Tatsache auszeichnet, dass Vermisstenanzeigen an den eigenen Anspruch nicht konform gehen müssen mit dem Wetterbericht. (Akustik)Indiegitarrenpoprock in low-demo-fidelity trägt also zehn komplette lieder über Männchen im Kopf, Labyrinthe an selber Stelle, Mollakkorde, den Gasaustausch zwischen drinnen und draussen. St. Emmis Kurzgeschichten sind wie gemacht für den Tag "lesen" bei geöffneten Fenstern, bitte! In jederlei Hinsicht. (rote raupe)

GNILL // Florian Gelling von der netten Postpunk-Schrammel-Band grafzahl ist fremdgegangen, genauer gesagt - hat es sich im eigenen Bett bequem gemacht. Sein Solo-Debüt bietet zwar nicht mehr als fünf Stücke in Durchschnittslänge, ist also erst mal nur eine klassische EP, doch die deutet bereits Großes an. Ganz egal, was Jan Delay in diesem Jahr noch produzieren wird: "Artig" ist jetzt schon die Hymne zum 1968-Jubiläum mit all seinen uneingelösten Träumen und Utopien. Und zwar eine, die zugleich auch über das ganze Indie-Elend Bescheid weiß: "Wir sind artig, da helfen keine Platten", singt Florian Gelling am Ende wie ein Mantra. Individuelle Abgrenzungen mit Hilfe von Musikgeschmack und Pop-Codes haben ausgedient ... behauptet einer, der selbst Pop produziert. Es sind aber genau diese Widersprüche, die Gnills oft glasklaren, mit unschuldiger Stimme vorgetragenen Indie-Pop vor Selbstüberschätzung retten. Die mitbedachten Selbstzweifel machen Gnill so souverän. (intro=

http://www.sanktemmi.de
http://www.myspace.com/gnill
Einlass: 21:00 Uhr Beginn: 22:00 Uhr
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